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Ein Erlebnisbericht zum International Budo Seminar 2008 in Dartford/England
 
Wenn ein Yamabushi eine Reise tut, gibt es ja immer viel zu erzählen. Aber wenn gleich vier Bushikan-Mitglieder auf Reisen gehen, vervielfacht sich das Erlebte. :-)
 
Am Freitagnachmittag haben Marcus, Alexander, Omar und ich (Sonja) uns zum verabredeten Zeitpunkt im Dojo getroffen. Netterweise hat uns Thomas gegen 16:00 Uhr zum Flughafen Düsseldorf gefahren und trotz Staukolonnen kamen wir rechtzeitig dort an. Nach dem Check-In am „AirBerlin“-Schalter haben wir noch etwas Geld bei der Reisebank getauscht (und ich musste wieder einmal feststellen, dass die Banken doch zum Teil erhebliche Kursschwankungen haben) und sind dann zur üblichen Sicherheitskontrolle gewandert.
 
Den ersten großen Lacher auf dieser Reise hat definitiv Marcus geerntet, nach dem er bei dem Durchgang durch die Sicherheitskontrolle ein entsprechendes „Piepen“ ausgelöst hatte – und nach der Kontrolle durch den Beamten für einen Moment ohne seine Schuhe da stand. Nach dem er sich wieder angezogen hatte, sind wir zunächst noch eine Kleinigkeit trinken gegangen. Es war ja noch ein bisschen Zeit bis wir zum Gate mussten. So konnten die Jungs ihre Lungen noch mit genügend Nikotin füllen, bevor wir ins Flugzeug gestiegen sind ;-).
 
Der Flug als solches verlief ruhig – ohne große (oder kleine) Luftlöcher – und ohne allzu große Verspätung – wir sind fast pünktlich in London-Stanstead gelandet. Und lernten nach der Landung das große Hobby der Engländer kennen: sich in einer Schlange anstellen. Bei der Einreisekontrolle stauten sich die Einreisenden um einiges zurück – aber es ging dann alles in allem doch relativ schnell. Nach dem wir unser Gepäck abgeholt haben und wir aus dem Sicherheitsbereich heraus waren, fanden wir in der Ankunftshalle „unseren“ Shuttlefahrer Skippy der bereits auf uns gewartet hatte.
 
Im schönsten Cogney-English (ist ein Dialekt, der in Kent doch sehr verbreitet ist) erklärte er uns, dass er einer der Minibus-Fahrer sei, die uns nun die nächsten Tage hin- und herfahren würden. Auf die Rückfrage der Jungs, ob sie noch kurz Eine Rauchen können nickte Skippy und kam gleich mit. Bei ihm durften die Jungs sogar im Bus rauchen, obwohl dies normalerweise nicht gestattet ist. Aber wie meinte Skippy so schön? „Ich kann‘s ja schlecht verbieten wenn ich selbst rauche“ – sprachs und steckte sich gleich die nächste Zigarette an.
 Nach ca 45 Minuten erreichten wir Dartfort – aber zunächst nicht unser Hotel sondern unser Fahrer brachte uns erst zu einem modernen englischen Pub, in dem bereits einige der Teilnehmer zusammen gekommen waren. Hier lernten wir gleich ein paar sehr nette Leute kennen – beispielsweise Chad Foster (Dänemark) mit seinen Leuten. Auch Andrew war da und begrüßte uns überschwenglich. Andrew erklärte uns, dass es besser sei zunächst in unser Hotel zu fahren und dann wieder zurück zu kommen. Die Party würde dann noch aneinem anderen Ort weiter stattfinden. Aha – dachten wir – Party? Also wir wieder rein in den Minibus und erst einmal zum Hotel. 
 
 
Unser Hotel „Campanile“ in Dartford. Die Zimmer waren zwar klein, aber gemütlich und der Preis war ok
 Zurück in „The Wharf“ – dem Pub, in dem wir Andy trafen – blieb gerade mal kurz Zeit um etwas zu trinken, dann wurden wir bereits wieder in die Minibusse verfrachtet und zu einem anderen – dieses Mal typisch englischen Pub – außerhalb Dartfords gebracht. Und wer gerne mit vielen Menschen auf engem Raum „kuschelt“ war hier genau richtig! An diesem Abend war ein Live-Auftritt einer Band statt – und dementsprechend voll war das kleine Pub auch. Aber letztendlich machte uns das alles gar nichts aus – vor dem Pub stand ein „Burger“-Wagen – inkl. einer Schlange von Menschen davor natürlich. Nach dem wir uns mit Burger versorgt hatten (immerhin waren wir jetzt schon einige Stunden unterwegs), haben wir uns dann erst mal durch alle möglichen Leute durch gequetscht um zur Bar zu kommen und dort etwas zu trinken zu bestellen – natürlich Guiness und Foster (= Biere). Auf dem Rückweg nach draußen, lernten wir dann gleich noch einige Partygäste einer Geburtstagsfeier kennen die dort zufällig auch gerade feierten. Ich habe mich später wieder zum „Burger“-Wagen verzogen, nicht das ich so viel Hunger gehabt hätte, nein – aber ich mag keine gequetschten Leute und vor allem finde ich es nicht prickelnd wenn man alle zwei Sekunden sagt: „ooh sorry..“ abgesehen davon, standen die interessanten Leute tatsächlich draußen – wie beispielsweise Andy McGill, John Griffith, Chad und noch einige andere. Das Schöne an diesem Abend war auf jeden Fall die lockere Atmosphäre und das „schnelle“ Kontakte knüpfen. 
Gegen Mitternacht und doch schon etwas angeheitert hat uns Skippy dann zurück zum Hotel gebracht. Müde aber zufrieden sind wir dann in unsere Zimmer verschwunden und haben versucht ein paar Stündchen zu schlafen.
 
Am nächsten Morgen gab es zunächst ein leckeres, englisches Frühstück:
Für diejenigen unter uns, die das nicht so gerne essen, stand aber noch ein kleines (aber ausreichendes) Frühstücksbuffet zur Verfügung.
 Gegen 08:00 Uhr sind die ersten Minibusse vom Hotel in Richtung Trainingshalle losgefahren. Da die Einschreibung bereits auf 09:00 Uhr festgelegt war, haben wir uns mit dem Frühstück etwas beeilt und sind gleich in einen der ersten Minibusse mit zur Halle gefahren. Dort angekommen hatten wir noch genügend Zeit für ein (oder zwei) Zigaretten… :-) 
 
…und manche kleine „Trainingseinheit“ vor offiziellem Beginn!
 
Nach dem wir uns umgezogen und „registriert“ hatten, musste wir noch ein wenig warten bevor der offizielle Teil des Seminars losgehen konnte. Es waren insgesamt fünf Mattenflächen aufgebaut (sowohl große wie auch einige kleine) und es waren ca. 15 Referenten, die sich für ihre je 45-Minuten-Einheiten auf die Flächen verteilt haben. Nun muss man dazu sagen, dass nicht alle Referenten gleichzeitig Training gaben sondern max. fünf bis sechs. Zudem wurden die Teilnehmer nach dem Angrüßen in entsprechende Gruppen aufgeteilt, so dass auf jeder Mattenfläche immer eine Gruppe entsprechend trainieren konnte. Ziel war, dass die Gruppen von Matte zu Matte wanderten und dort dann jeweils einen anderen Referent hatten (was ehrlich gesagt nicht so ganz geklappt hat, aber nichts desto trotz hatten wir dennoch meistens immer einen anderen Lehrer). Der Trainingsablauf war sehr streng gehalten: es wurde fünf Stunden lang quasi „durchtrainiert“ – erst dann gab es eine kurze Mittagspause – und danach ging es im gleichen Rhythmus weiter. Eine kurze „Pinkelpause“ war ebenso wenig drin, wie „mal kurz eine Rauchen“ – der Ablauf war so also um einiges strenger und vor allem anstrengender, als bei unseren Seminaren. 
Was wir alle sehr vermisst haben, war ausreichend Wasser für die Teilnehmer – es gab zwar ein paar Flaschen Mineralwasser, aber die waren recht schnell vergriffen und die vorhandenen Getränkedosen (mit einer Flüssigkeit, die dem „Red-Bull-Gesöff“ sehr ähnelt) waren keine wirklichen Durstlöscher.
 
Hier ein paar Eindrücke aus den Trainingseinheiten:
 
Chad Foster (Dänemark) beim Jujutsu
 
Hans Spaan (Niederlande)
 
Ein skandinavisches Team bei Stockabwehr
 
Andy McGill in Action
 
 Auch wir haben einige interessante Techniken – zum Beispiel „wie verknote ich meinen Gegner“, kennen gelernt: 
 
 
 
 Es werden Wirbel gedehnt, von denen mal noch nicht mal wußte dass es diese gab… 
 
Und hier demonstrierte Sofia ebenfalls anschaulich eine Technikkombination mit Blöcken und letztendlich einem Wurf mit abschließendem Armhebel
 
Um kurz vor 18:00 Uhr wurden die Trainingseinheiten beendet. Folgende Kampfsport/-kunstbereiche haben wir während der Stunden gesehen bzw. mit trainiert: Kenpo, Hapkido, Ju-Jitsu, Jiu-Jitsu, Rapid Arnis, Taek-kwon-do, Kickboxen, Aiki-Jitsu und Modern Arnis. 
Nach dem wir unsere Seminarurkunden in Empfang genommen hatten, zogen wir uns rasch um und stürmten dann raus zu dem dort wartenden Minibus. Da wir wußten, dass die erste Fahrt zu Party um halb acht sein sollte, blieb also nicht viel Zeit. Und duschen wollten wir auch noch…
 Pünktlich standen wir also um halb acht wieder vor dem Hotel – kurze Zeit später kam Bill (einer der anderen Fahrer) mit seinem Minibus an. Erst stiegen einige von den Teilnehmern aus, die auch in unserem Hotel untergebracht waren – die restlichen Busgäste mussten erst noch in ihre Pension gefahren werden – aber Bill meinte, er könne ein paar von uns mitnehmen wenn es uns nichts ausmacht, dass wir dann kurz auf die anderen warten müssten. Na – das war ja klein Problem. So lernten wir gleich Helmut Weigelt aus Saalfeld/Thüringen kennen, der mit seiner Gruppe an dem Budo-Event teilnahm und auch unterrichtete. Um kurz vor Acht waren wir dann am „Conservative Club“ in Dartford und haben erst mal nicht schlecht gestaunt, als wir den Saal sahen in dem die Party steigen sollte. Ein DJ, der wohl mit der Anlage und deren Handhabung etwas überfordert war, ein Buffet das wir so nicht erwartet hätten und die Erkenntnis, dass Engländer einfach nicht kochen können – auch kein Chili con carne – das ausser „scharf“ nur einen sämigen Geschmack hatte. Aber.. man ist ja nicht verwöhnt – und man findet auf jedem Buffet etwas, was man essen mag. Und sei es die Weintrauben, die zur Deko auf den Käseplatten lagen. 
Richtig „Stimmung“ kam bei dieser Party aber ehrlich gesagt nicht auf. Trotz Karaoke-Einlagen – ja, auch von unserem Marcus und Alex!!! – und einigen mutigen, die ein Tänzchen wagten, war es eher eine gemütliche Gesprächsrunde. Um kurz vor Mitternacht war dann sowieso Sperrstunde (sehr zur Enttäuschung von unserem Omar :-)). Und so warteten wir wieder einmal geduldig – in einer Schlange – auf den nächsten Minibus, der uns zum Hotel zurück bringen sollte.
 
Am nächsten Morgen haben wir alle erst einmal ausgeschlafen und dann ein ausgiebiges Frühstück (kein englisches!) mehr genossen. Gegen 13:30 Uhr sind wir dann wieder abgeholt werden (leider eine halbe Stunde später als geplant) und waren gegen 14:15 Uhr am Flughafen.
 Nach dem Check-In blieb dieses Mal leider kein Zeit noch „bummeln“ zu gehen. Im Gegenteil, als wir die Schlange(n) vor dem Sicherheitscheck sahen, kamen uns leise Zweifel ob wir den Flug überhaupt schaffen würden. Doch das muss man den Engländern lassen – es ging ziemlich schnell – so das wir es auf jeden Fall gut bis zum Gate geschafft haben und doch noch ein paar Minütchen Zeit blieb um in einem kleinen Duty-free-Shop vor unserem Gate etwas zu kaufen. Zurück im Flugzeug, konnten wir kaum glauben, dass das Wochenende schon wieder vorbei ist. 
 
Ein Blick aus dem Fenster – kurz vor dem Rückflug
 
Und sie fahren doch auf der falschen Seite! (Fahrt zum Flughafen).
 
FAZIT: Das Wochenende war zwar ganz schön teuer, aber dennoch ist so ein Erlebnis auf jeden Fall empfehlenswert. Wir haben viele interessante, neue Menschen kennen gelernt, von denen wir den einen oder anderen vielleicht doch mal wieder treffen und man hat doch so manchen wertvollen Kontakt geknüpft in Bezug auf Referenten.  
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