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Japan
 
Das Land der "aufgehenden Sonne" – eine der Geburtstätten des uns heute bekannten "Budo" und "Bushido". Dieses Land ist auch heute noch faszinierend und geheimnisvoll.
 
Die Kombination der Tradition und der Moderne – kein anderes Volk hat das so pragmatisch geschafft, wie die Japaner.
 
Auf meiner 10tägigen Rundreise habe ich so viele interessante Stätten besucht, Legenden und Geschichten gehört – es würde vermutlich Bücher füllen darüber zu schreiben. Aber eines hat diese Reise auf jeden Fall geschafft: mich so von diesem Land und seinen Menschen zu überzeugen, dass ich auf alle Fälle noch einmal dort hin möchte.
 
Man fühlt die Geschichte dort – steht man beispielsweise vor "Nijo-Castle" in Kyoto oder der "Silberreiher-Burg" in Himeji, meint man förmlich die Samurai dort zu sehen und die Welt des Tokugawa und der anderen Shogune zu erleben. Gerade für uns, die dem Budo verbunden sind und denen das Wort "Bushido" bekannt ist, finden dort die Bestätigung unseres Tuns.
 
In meinem kompletten Reisebericht habe ich versucht, unsere Stationen der Rundreise durch Ost- und Westjapan nach zu zeichnen. Vieles, von dem was wir gesehen und gehört haben, ist mir vielleicht entfallen – aber die wichtigsten Punkte sind definitiv aufgelistet. Die Fotos, die in diesem Bericht mit verarbeitet wurde stammen zur Hälfte von mir, zur Hälfte von einem anderen Reisenden aus meiner Gruppe – Matthias Hahn. Matthias hat mir zuliebe einige Fotos gemacht, die ich Euch unbedingt mitbringen wollte. Im Gegenzug hat Matthias mehr über unser Dojo und unser Bushido gelernt, als er vielleicht wissen wollte. :-)
 
 
 
Himeji
 
Bildnis in einer Halle auf Miyajima
 
Kamakura
 
Viel Spaß beim Lesen! Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung
 
Sonja Klimke
 
 
Inhaltsverzeichnis
 
Japan ist mehr als nur das Land der aufgehenden Sonne!
 
Tag 1 und 2: 05. und 06.10.2005
 
Tag 3: 07.10.05
 
Tag 4: 08.10.05
 
Tag 5: 09.10.05
 
Tag 6: 10.10.05
 
Tag 7: 11.10.05
 
Tag 8: 12.10.05
 
Tag 9: 13.10.05
 
Tag 10: 14.10.05
 
Tag 11: 15.10.05
 
Fazit
 
 
Eine "Yamabushi" in Japan
 
Japan ist mehr als nur das Land der aufgehenden Sonne!
 
Durch meine beruflichen Tätigkeiten hatte ich bereits das große Glück, schon einige Länder in unserer "bunten" Welt zu besuchen. Doch keines hat mich so berührt wie Japan.
 
Japan – mein Traumland seit vielen Jahren – endlich konnte ich mir meinen Wunsch erfüllen und buchte über unser Firmenreisebüro "FIRST" in Immenstaad am Bodensee eine Rundreise bei DER-Tour vom 05. bis einschließlich 15. Oktober 2005.
 
Die Kosten sind nicht ohne – das muss man ganz ehrlich sagen. Denn es ist ja nicht nur die Reise allein, sondern auch das in Japan notwendige "Taschengeld", welches anfällt. Die Rundreise beinhaltet aber die meisten Kosten bereits – wie beispielsweise Zugfahrkarten, Tickets mit den anderen öffentlichen Verkehrsmitteln wie Taxi oder Straßenbahn, bzw. U-Bahn und die Eintrittsgelder. Die Verpflegung selbst war bei dieser Reise auf das Frühstück beschränkt – ehrlich gesagt ist das auch völlig in Ordnung – denn egal in welcher Stadt wir waren: Auswahl an Restaurants gab es genug – von preisgünstig bis teuer war alles dabei.
 
Torii vor der Insel Miyajima
 
Gemäß Informationen von DER-Tour sollte man als Reisender bei dieser Rundreise mit zusätzlichen Kosten von ca. 35,00 EUR pro Person pro Tag rechnen – ich habe auf dieser Reise ca. 25,00 EUR pro Tag gebraucht.
 
Zudem sollte man sich vor solch einer Reise über dieses Land anhand eines Reisesführers – zum Beispiel von "Marco Polo" – Japan (Kosten: 7,95 € - zu finden in jedem gut sortierten Buchhandel) rechtzeitig informieren. DER-Tour ist so freundlich mitsamt der Reiseunterlagen ebenfalls einen Reiseführer mit zu schicken – von "Polyglott". Zwei Reiseführer ist nie verkehrt – denn es gibt zwischen beiden einige Unterschiede – mir persönlich gefallen die Reiseführer von "Marco Polo" besser – aber das ist Geschmackssache.
 
Zum Thema "Geld" noch ein wichtiger Punkt: Japan ist tatsächlich ein ausgesprochenes "Bargeld-Land". Das heißt: hier wird eindeutig Bargeld bevorzugt. Man kann zwar in einigen Hotels und Geschäften mit Kreditkarten bezahlen – aber bevorzugt wird "Cash". Und an Bargeld in Japan heran zu kommen, könnte sich so manches Mal schwierig gestalten. Es gibt zwar etliche Banken – aber nicht jede nimmt unbedingt unsere Kreditkarten an. In "Hiroshima" hatten ein anderer Teilnehmer und ich das große Glück, ein sogenannten "Cash-Corner" zu finden (Geldautomat), der sogar meine EC-Karte der Sparkasse problemlos akzeptiert hat.
 
Pagode auf Miyajima
 
Tipp: Genug Geld bereits in Deutschland in Yen umtauschen – bei einigen Banken muss diese Währung entsprechend bestellt werden – daher gilt ebenso hier: rechtzeitig Geld organisieren. Reiseschecks sind nicht so sinnvoll – wir haben auf unserer Reise die Erfahrung gemacht, dass diese Schecks nur sehr ungern umgetauscht werden – zudem sind die Banköffnungszeiten nicht unbedingt ideal, wenn man mit einer Reisegruppe unterwegs ist.
 
Um meine Beschreibungen über diese Reise und das Erlebte etwas aufzuteilen, halte ich mich in Stichworten an die Reisebeschreibung von DER-Tour – so dass es etwas einfacher ist die Tour als solches nach zu vollziehen.
 
Des Weiteren habe ich einige Bilder mit eingefügt, die ich – bzw. ein anderer Teilnehmer – während dieser beeindruckenden Rundreise gemacht haben.
 
 
Tag 1 und 2: 05. und 06.10.2005
 
DER-Tour-Beschreibung: Abends Linienflug von Frankfurt/Main nach Tokyo (Flugzeit ca. 10:30 Stunden) – nachmittags (am Tag 2) – Ankunft in Tokyo (Narita) und Inlandsflug nach Osaka (Itami). Ankunft am Abend – Bustransfer zu Ihrem zentral gelegenen Hotel in Kyoto.
 
Der erste, bzw. zweite aufregende Tag ist schon vorbei. Ich kann es noch gar nicht glauben – ich sitze in Kyoto im "Hearton Hotel"! In JAPAN!!! Die ersten Stunden auf japanischen Boden waren schon sehr aufregend.
 
Aber erst einmal zum Flug – von Frankfurt nach Tokyo. Geschlafen: wenig bis gar nicht! Nicht nur, dass das ganze Drumherum schon unbequem ist (es lebe "Economy"!) – es waren auch noch etliche Jugendliche eines Musikcorps aus Ostdeutschland dabei (Alter schätzungsweise 12 bis knapp über 20 – die "Aufsichtspersonen" haben sich leider manchmal ziemlich zurückgehalten). Es ging also anfangs des Fluges doch noch etwas "unruhig" zu.
 
Zum Glück habe ich neben mir gleich einen netten Sitznachbarn gehabt, der – wie sich später herausstellte – ebenfalls in "meiner" Reisegruppe war.
 
Über Russland gab es dann doch einige ziemlich heftige Turbulenzen, die so manch’ einem Fluggast doch etwas Sorge bereitet haben – aber wir sind Gott sei Dank alle gesund und munter nach knapp 10:30 Stunden in Tokyo gelandet.
 
Im Flugzeug wurden wir bereits gebeten, unser Touristenvisa entsprechend auszufüllen. Die Kontrollen am Tokyoter Flughafen sind weitaus strenger als in Frankfurt, dennoch dauerten sie nur wenige Minuten. Anstrengend war es, das Gepäck erst abzuholen und dann zum nächsten Schalter von JAL (Japan Airlines) zu bringen um es dort wieder einzuchecken. Ein "Durchchecken" des Gepäcks ist nicht möglich!
 
Da wir noch etwas Zeit bis zum Weiterflug hatten, habe ich erst einmal die Gelegenheit genutzt und mich umgezogen – während es in Deutschland am 05.10. schon empfindlich kalt war – waren es in Tokyo am 06.10. angenehme 26°C Grad – wie gut das ich ein T-Shirt im Rucksack dabei hatte.
 
Etwas ungewohnt sind in Japan die Toiletten – hier gibt es hauptsächlich sogenannte "Hockklos" (ähnlich wie in Italien oder Frankreich früher). Während es für die Männer überhaupt keine Probleme zu geben scheint, hatten wir "Mädels" die schon eher... ? Ich habe aber festgestellt, dass auf vielen öffentlichen Toiletten (und in allen Hotels) mittlerweile ebenso "Western style" Toiletten (also wie bei uns) existieren. Nach einer kurzen Pause und mehreren Irrwegen bis ich das "Gate" für den Inlandsflug gefunden hatte, ging es dann weiter mit JAL nach Osaka.
 
Tipp: Der Flughafen in Tokyo (= Narita) ist gigantisch groß – kein Vergleich zu unseren Flughäfen hier! Es besteht die Gefahr sich zu verlaufen – also lieber gleich fragen, bevor man auf eigene Faust losgeht.
 
Auf dem Flug nach Osaka saß ich neben einer sehr netten japanischen Dame, die mich fragte was ich in Japan mache und mir dann ein kleines bisschen von sich erzählte. Diese offene, freundliche und vor allem höfliche Art der Japaner ist mir auf der ganzen Reise aufgefallen.
 
Abends dann die Ankunft in Osaka – nach dem das Gepäck endlich da war, wurden wir in der Ankunftshalle bereits von einem Reiseleiter von "JF Tours" empfangen, der mit uns zum Bus ging und uns bis nach Kyoto begleitete. Die Fahrt mit dem Bus dauerte ca. 45 Minuten (wir sind gut durchgekommen).
 
Auf dieser Fahrt lernte sich dann erst die Reisegruppe kennen – insgesamt waren wir 13 Personen – eine ideale Größe für eine solche Reise.
 
Das "Hearton Hotel" in Kyoto ist noch ein sehr "junges" Haus (heißt noch fast neu) – es ist zwar klein, aber sehr geschmackvoll eingerichtet. Das Personal spricht leider nicht sehr viel Englisch, aber man kann sich dennoch gut verständlich machen. In der Nähe dieses Hotels liegt sowohl ein kleiner "Convenient Store" (24-Stunden-Supermarkt mit allem notwendigen) sowie einige kleinere Nudel- und sonstige Restaurants.
 
Mit einem anderen Teilnehmer aus der Gruppe, ging ich erst einmal zum Essen in ein kleines Nudelrestaurant. In diesem Lokal sucht man sich die Speise aus, geht zu einem Automaten, bezahlt die entsprechende Summe und erhält einen Bon. Diesen gibt man dann der Bedienung. Getränke wie Eiswasser und grüner Tee sind frei und werden dem Gast sofort serviert.
 
Bei Rückkehr zum Hotel wartete dann "unser" Reiseleiter Nils bereits auf uns und wir erfuhren, dass wir am nächsten Tag in ein größeres Hotel umziehen würden. Nach ein paar weiteren Informationen zwecks des nächsten Tags verabschiedeten sich alle sehr schnell. Die Flüge steckten einem dann doch noch ganz schön in den Knochen.. vor allem, wenn man nicht wirklich geschlafen hat.
 
 
Tag 3: 07.10.2005
 
DER-Tour-Beschreibung: Kyoto – die ehemalige Kaiserstadt zählt mit seiner Fülle an Kulturgütern zu den interessantesten Städten Ostasiens, die wechselvolle Geschichte hat der Stadt ein einzigartiges kulturelles Erbe hinterlassen. Heute entdecken Sie die schönsten Tempel und Zen-Gärten. Dazu zählen der Ryoanji-Tempel mit seinem berühmten Zen-Garten, die reizvolle Anlage des Goldenen Pavillons (Kinkakuji) und das Nijo-Schloss des Tokugawa Shogunats, in dem Sie sich in das Palastleben jener Zeit zurückversetzt fühlen. Nachmittags locken die zahlreichen Geschäfte entlang der Straßen Shijo und Kawaramachi zu einem Shopping-Bummel.
 
Nach einer etwas unruhigen Nacht – aufgrund des "Jetlags" – und einem guten Frühstück, hieß es wieder Koffer packen. Wir wurden umquartiert in das "New Miyako Hotel" (= Shinmiyako Hotel) – direkt gegenüber vom Hauptbahnhof gelegen. Das war kein allzu großer Umstand – wir ließen unser Gepäck an der Rezeption stehen und "absolvierten" erst unsere Tour bis zum Nachmittag.
 
Zunächst sind wir mit Taxis durch Kyoto zum "Ryoanji-Temple" gefahren. Dort haben wir diese Tempelanlage samt seinem prächtigen Park bestaunt, den Zen-Garten und den Tee-Garten samt Waschstein bewundert. Anschließend folgte eine Wanderung durch den groß angelegten Park, bzw. wir umrundeten einen Teich samt tausend blühenden Seerosen – ein toller Anblick! Bevor wir den Haupttempel betraten, waren wir zuerst an dem Schrein einer Glücksgöttin. Hier fanden sich auch einige kleinere Statuen mit einem "Lätzchen" – diese sind Kindern gewidmet – wenn ich das richtig verstanden habe, ging es hier um die Kinder, die früh verstorben sind oder abgetrieben wurden.
 
 
 
Einblick in den Ryoanji-Tempel:
 
 
Teil des berühmten Zen-Gartens des Ryoanji-Tempels – erstes Bild zeigt das Modell des kompletten Zen-Gartens, Bild 2 ein Teil des "echten" Gartens:
 
Bild 1
 
Bild 2
 
Nach diesem bereits ersten beeindruckenden Meilenstein ging es wieder weiter per Taxis zum "Goldenen Pavillon" – bekannt auch als "Rukon-Ji-Temple". Der unterste Bereich ist offen und als Raum für Statuen wohl gedacht. Der erste Stock gehört den Samurai und das oberste Geschoss ist der eigentliche Tempel. Und dieses Gebäude ist tatsächlich ab dem ersten Stock vergoldet! Auf dem Dach thront ein vogelähnliches Tier – dem uns bekannten "Phoenix" am ähnlichsten. Gemäß einer alten Sage, taucht dieser "Vogel" nur auf, wenn eine bedeutende Persönlichkeit geboren wird. Leider kann man dieses Gebäude von innen nicht mehr betreten.
 
 
1950 wurde das Original-Gebäude von einem "verrückten" Mönch angezündet und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Aufgrund vorhandener Aufzeichnungen konnte der "Goldene Pavillon" aber Originalgetreu wieder aufgebaut werden.
 
Nach einem kurzen Spaziergang standen wir dann vor einer 600 Jahre alten Kiefer, die in Form einer Dschunke geschnitten wurde.
 
 
Überhaupt sind die Bäume in den Burg- und Tempelanlagen selten so gewachsen, wie sie aussehen. Der Japaner ist nicht nur ein Perfektionist sondern auch ein ausgesprochener Ästhet.
 
Wichtig für die landschaftliche Gestaltung sind: Steine, Wasser, Hügel und Bäume. Diese "Grundlagen" finden sich in allen Gärten wieder, die wir besichtigt haben, bzw. sehen konnten.
 
Interessanterweise gibt es zu dem regelrechte Moosgärten. Aufgrund der Feuchtigkeit und des Klimas in Kyoto wächst das Moos permanent nach – früher haben die japanischen Gärtner dieses Moos noch bekämpft, aber irgendwann machten sie aus der Not eine Tugend und kultivierten diese Gärten. Man glaubt gar nicht, was es alles für Moosarten gibt!
 
Nach diesen Besichtigungen ging es wieder weiter – nochmals per Taxis – zum "Nijo-Schloss" (Nijo bedeutet übrigens "zweiter Block"). Wobei als "Schloss" würde ich diese Anlage nicht bezeichnen, sondern als Burg. Diese Burg war der Sitz des Tokugawa-Clans! Hier schlug mein Herz natürlich höher – als "Bushi" sowieso! Vor allem als unser Reiseleiter während der Tour durch die Burg von diesem Clan und den Samurai erzählte. Die Sicherheitsvorkehrungen in dieser Burg waren enorm. Nachdem der Reisende durch ein riesiges Tor eingelassen wurde, musste er sich zunächst in dem "Wächterhäuschen" erst einmal bei anwesenden Samurai registrieren lassen. Man kann heute durch eine Scheibe diese "drei Samurai", dargestellt durch lebensgroße Puppen, bewundern.
 
Eingang zum Nijo-Schloss:
 
 
Das Fotografieren in dieser Burganlage selbst war leider verboten.
 
Nach einigen weiteren Erklärungen zu der Burg selbst, hieß es erst einmal "Schuhe ausziehen" – auf Strümpfen erkundeten wir die Burg :-).
 
Des Weiteren besitzt diese Burg den sogenannten "Nachtigallen-Boden" – das heißt, ab einem bestimmten Punkt an, ist der Flur so angelegt, das NIEMAND unbemerkt die Räume betreten konnten. Wir konnten uns alle von dieser heute noch existierenden "Sicherheitsanlage" selbst überzeugen – denn bei jedem Schritt klang der Boden (ich würde nicht sagen wie eine "Nachtigall" – eher wie eine "Säge") – Attentäter hatten es also mehr als schwer, sollten sie jemals versucht haben, hier durch zu kommen – es sei denn, sie konnten fliegen!
 
Auf unserem Rundgang kamen wir an etlichen leeren Räumen vorbei – ausgelegt lediglich mit Tatamis (Reisstrohmatten), die Wände phantastisch bemalt. Hauptsächlich mit einer Kiefer und einigen Tieren. Einer der Räume war hingegen wieder mit Puppen ausstaffiert und das war der ehemalige "Audienzsaal" für den Empfang sowohl der sogenannten "Fudai" (= freundliche gesinnte Samurai gegenüber dem Tokugawa-Clan) wie auch der "Todami" (= feindlich gesinnte Samurai, die aber Waffenstillstand hatten und dem amtierenden Shogun Treue geschworen hatten). Diese Unterscheidung geht auf die Schlacht bei Sekighara (16. Jh.) zurück, bei der die "Fudai" auf Seiten der Tokugawa kämpften, während die anderen Samurais samt ihren Clans auf der anderen Seite standen.
 
Besitzgüter der "Todami" waren immer in der Mitte von Besitzgütern der "Fudai". So konnten die Tokugawa-Shogune jegliche Rebellion von Anfang an unterdrücken.
 
Die kaiserliche Familie existierte zu diesen Zeiten nur für repräsentative Zwecke – das Volk, bzw. das Land wurde über Jahre hinweg von Shogunen – wie eben den Tokugawa – regiert.
 
Nach der Besichtigung dieser Burg ging es dann per U-Bahn weiter in Richtung Stadtmitte. Nach einem kurzen Mittagessen ging es dann durch die Straßen "Shijo" und "Kawaramachi" zum Shoppen (wer wollte). In einem Teeladen bin ich dann "schwach" geworden und habe für unser Dojo eine Teeschale, grünes Teepulver ("Matcha") samt entsprechendem Löffel und "Pinsel" gekauft. Der Ladenbesitzer hat mir freundlicherweise erklärt, dass wir sowieso keine Ahnung von der Teezeremonie haben und hat mich gebeten, mir den genauen Ablauf auf seiner Website anzusehen. Die Teezeremonie gilt in Japan auch heute noch als "heilig".
 
Die Website dieses Ladens: http://www.kyoto-teramachi.or.jp/horaido (ich habe diese Website bisher noch nicht besucht, habe aber seine "Instructions" gut aufgehoben, die ich bekommen habe.)
 
Nach diesem Ausflug in die "Shopping Welt" traf sich unsere Gruppe wieder und wir sind dann erst einmal zu dem "Hearton Hotel" zurück gelaufen. Dort wurden dann erneut Taxis gerufen und wir sind zum anderen Hotel gefahren worden (samt unserem Gepäck).
 
"Einblicke" in Kyoto:
 
 
Eine der vielen Einkaufspassagen
 
Normale "Straße" in Kyoto
 
Nach einer kurzen Pause ging es wieder weiter – dieses Mal zum Bahnhof (ist gigantisch!!) – und dort in die "Unterwelt" – hier finden sich etliche Shops und Restaurants. Sozusagen ein "Orientierungslauf". Die Gruppe teilte sich am Bahnhof wieder auf – zwecks Abendessen. Ich schloss mich mit den anderen beiden "jungen" Teilnehmern Markus und Matthias zusammen (wir drei haben den Altersdurchschnitt der Reisegruppe radikal nach unten gebrochen ?) und genoss ein japanisch-italienisches Abendessen (schon mal eine Pizza mit Stäbchen probiert? Nein? Esst lieber mit den Händen – machen die Japaner auch ;-) ).
 
Zum Abschluss sind wir noch bis zum Dach von diesem Bahnhof hoch gelaufen – von dort oben hat man einen Superausblick über Kyoto! Kann man also auf alle Fälle empfehlen.
 
 
Tag 4: 08.10.2005
 
DER-Tour-Beschreibung: Ausflugspaket "Kyoto entdecken": Im Rahmen unseres fakultativen Ausflugspakets können Sie heute zusammen mit Ihrem Reiseleiter weitere sehenswerte Highlights entdecken. Mit dem Bus erreichen Sie zunächst den Ginkakuji (Silberner Pavillon) im Nordosten der Stadt. Der anschließende Bummel übern dem Philosophenweg bis zum Heian-Schrein ist besonders zur Kirschblütenzeit und ihm Herbst ein "Geheimtipp". Im Altstadtviertel Gion können Sie mit etwas Geduld eine Geisha erblicken. Zum Abschluss des Tages bietet sich ein schöner Blick vom hoch über Kyoto gelegenen Kiyomizu-Tempel. Rückkehr zum Hotel mit dem Stadtbus.
 
"Kyoto entdecken" stand heute auf dem Programm – und wir haben es "entdeckt"! Die Füße brennen, der Kopf schwirrt – und wir wurden "patschnass" – und das gleich bei der ersten "Station" – dem "silbernen Pavillon" (= Ginkakuji). Ähnlich wie der "Goldene Pavillon" gestern – nur das dieser Pavillon keinerlei tatsächliches Silber an den Außenwänden hat. Das "Silber" rührt vermutlich daher, dass der damalige Besitzer gerne auf der "Terrasse" des Pavillons saß und dem Mondaufgang über dem Teich beobachtet hat. Das Licht des Mondes tauchte die gesamte Umgebung in einen "versilberten" Anblick. Beeindruckend auch in dieser Anlage: die Zen-Gärten, bzw. die Teilstücke von Zen-Gärten!
 
Ein paar Einblicke in die Parkanlage:
 
 
 
Nach dem Rundgang durch den Park und auf dem Rückweg vorbei an vielen kleineren Geschäften und Ständen, konnte ich nicht mehr widerstehen und habe mir ein "Wakizashi" (= kurzes Schwert) gekauft. Bei all diesem Angebot war es tatsächlich nur eine Frage der Zeit, wann ich mir doch noch eines kaufe.
 
Gerade in Kyoto gab es einige bedeutende Schwertschmiede. Bereits beim "Nijo-Schloss" ist mir ein Geschäft aufgefallen, welches ausschließlich Schwerter im Angebot hatte! Natürlich sind diese Schwerter Replikate – aber ich habe einige "echte" Katana in Museen und bei diversen Burgbesichtigungen gesehen. Solche Stücke werden niemals in das Ausland verkauft (was ja verständlich ist) – abgesehen davon, sind die "wahren" Katana nicht bezahlbar.
 
Nach dem silbernen Pavillon – und schon reichlich durchnässt – sind wir über den "Philosophenweg" geschlendert und haben einen besonderen Friedhof besucht. Anschließend ging es außerplanmäßig per Taxis zu einem Museum, bzw. zu einer Ausstellung (zum "Wieder-Trocken-Werden" – was alle Teilnehmer sehr begrüßt haben!!). Dort konnte man verschiedene Handwerkskünste der japanischen Kultur bewundern. Angefangen von Lackarbeiten bis hin zu Kimonos – ebenso Keramik – all das wurde beschrieben und die einzelnen Arbeitsschritte dargestellt.
 
Nach dem wir einigermaßen Trocken waren, ging es weiter zum Heian-Schrein, der wohl bedeutendste Schrein der Stadt (Shintoistisch). Wir hatten das große Glück in diesem Schrein eine Art "Taufe" im shintoistischen Sinne mit zu verfolgen (natürlich im respektvollen Abstand).
 
Anschließend waren wir noch bei zwei weiteren Schreinen, bzw. dem "Kiyomizu-Tempel (geweiht der Göttin Kannon – Schutzgöttin der Stadt Kyoto). Gemäß der Sage nach, fliegt Kannon als blauer Drache jeden Abend dorthin und trinkt dort aus der heiligen Quelle. (Dieser Tempel ist buddhistisch.) Und so lange diese Gottheit das tut, fühlen sich die Bewohner von Kyoto beschützt.
 
Einige Eindrücke in "Foto-Form" auf der nächsten Seite – es kommen nun einige
 
 
Kiyomizu-dera – man beachte die Konstruktion! Der gesamte Tempel ruht auf etlichen Säulen – und das schon seit einigen Jahrhunderten!
 
 
Eine "Glücksquelle" – jeweils 1 Strahl steht für Glück, Gesundheit und Geld – die Gläubigen dürfen nur von zwei der drei Wasserstrahlen trinken – es gibt kein perfektes Leben......
 
 
Eines von vielen Paaren, welches sich hier den buddhistischen Segen holt.
 
 
Andrang vor einem "Reinigungsbecken" für Gläubige:
 
 
Japaner glauben an Horoskope und die Erfüllung ihrer Gebete – die nächsten Fotos zeigen Schreine, an denen man gegen ein entsprechendes Entgelt ein Horoskop erwerben kann.
 
 
 
Die "Liebessteine" – die Steine sind etwa 10 Schritte auseinander und exakt auf einer Linie. Wollte (bzw. will) ein Paar wissen, ob diese Beziehung ein Leben lang halten wird, so stellen sich beide – Hand in Hand – rückwärts vor einen der Steine – und zwar so, dass die Markierungen ihre rechte, bzw.linke Wade berühren. Dann schließen beide die Augen.
 
Sind sie für einander bestimmt werden sich beide am Ende (also am anderen Liebesstein) das Schienbein "anschlagen :-).
 
 
 
Auf dem Rückweg – nach einer kurzen Mittagspause – ging es dann durch viele kleine, verwinkelte Gassen in Kyoto, die ein Eindruck von dem auch heute noch vorhandenen Wohn- und Lebensstil erahnen lässt. Dann ein weiterer shintoistischer Tempel in dem wir dieses Mal eine Hochzeit sehen konnten – so gesehen hatten wir wirklich großes Glück!
 
Die Braut trägt im Übrigen auch bei diesen Trauungen weiß!
 
Abschließend ging es dann "per pedes" (= zu Fuß) zurück durch Teile des Gion-Viertels, eine Amüsiermeile – bekannt bereits seit dem 16. Jahrhundert. Hier werden und wurden die berühmten "Geishas" ausgebildet. Wir haben sogar welche gesehen, aber gemäß unserem Reiseleiter waren das keine "echten Geishas". "Echte" sind daran erkennbar, dass diese einen entsprechenden Haarschmuck und Schuhwerk tragen. Diese ganz wichtigen Dinge hatte keine der Damen, die wir gesehen haben.
 
Tipp: Die U-Bahn sollte man sich auf jeden Fall erklären lassen! Und: Taxis sind nicht soo teuer, wie man vielleicht meint.
 
 
Tag 5: 09.10.2005
 
DER-Tour-Beschreibung: Ausflug nach Nara, Shinkansenfahrt nach Hiroshima. Tagesausflug mit der Bahn nach Nara. Die Stadt war im 8. Jh. erste Hauptstadt Japans, von der aus dauerhaft regiert wurde. In dieser Zeit erblühten die Künste, die Literatur und das Theater, weshalb Nara auch Wiege der japanischen Kultur bezeichnet wird. Sie erkunden die einzelnen Besichtigungspunkte zu Fuß und können bei einem Spaziergang durch den Nara-Park zahmes Rotwild beobachten. Beeindruckend ist der "Daibutsu", die größte bronzene Buddhastatue der Welt. Er wird im Todaji-Tempel – noch ein Superlativ – dem größten Holzgebäude der Welt verehrt. Lassen Sie sich gefangen nehmen von der Atmosphäre tausender Stein- und Bronzelaternen entlang des Weges zum Kasuga-Schrein. Auf dem Rückweg zum Bahnhof in Nara liegt der Kofukuji-Tempel, dessen fünfstufige Pagode als Wahrzeichen Naras gilt. Nachmittags geht es per Bahn zurück nach Kyoto. Freuen Sie sich auf Ihre erste Fahrt mit dem Shinkansen Superexpress nach Hiroshima. Kurze Taxifahrt zum Hotel.
 
Der fünfte Tag neigt sich langsam dem Ende zu. Heute war es schon etwas entspannter und nicht mehr ganz soo stressig. Nach einem Frühstück im "amerikanischen" Restaurants des Shinmiyako Hotels (nachdem ich meinen Koffer abgegeben hatte), ging es zunächst per Bahn nach Nara.
 
Diese Stadt gilt als die kulturelle Hochburg schlechthin und war die erste Hauptstadt Japans überhaupt! Gegründet wurde sie ca. 732 n. Chr. – hier hatte die damals regierende Kaiserfamilie ihren Sitz.
 
Während unseres Weges zum ersten Shinto-Schrein, sind wir entlang etlicher Steinlaternen gewandert – ca. 3.000 Stück (!) stehen in diesem Park. Jedes Mal wenn jemand dem Schrein bzw. dem Tempel etwas spenden möchte – abhängig von der Größe des Geldbetrages – wird entweder ein Papierschildchen auf eine der vorhandenen Steinlaternen geklebt (mit Name des Spenders und Höhe des gespendeten Betrages oder der Gabe) – ist es ein sehr hoher Betrag wird eine neue Laterne aufgestellt.
 
Anbei zwei Fotos, die diese Steinlaternen zeigen.
 
 
 
Das zahme Rotwild aus der Reisebeschreibung sind die "heiligen Rehe von Nara" (ist schon mal aufgefallen, dass Japaner kein Wild essen? :-))Gemäß der Legende erschienen die Götter hier in Gestalt eines weißen Rehs – das ist der Grund für die Verehrung dieser Tiere. Ganze Rudel wandern frei durch den Nara-Park und das Tempel-/Schreingelände. Sie lassen sich sogar streicheln, "erwarten" dann aber eine kleine Fütterung mit Keksen... :-)
 
Es gibt immer wieder kleinere Stände mit Souvenirs, die auch entsprechende Kekse für 150 Yen verkaufen (ca. 1,20 €). Hat man solche Kekse in der Hand dauert es nur Sekunden bis das erste vor einem steht. Auch ich konnte nicht widerstehen und habe eines der Kekspäckchen gekauft. Es dauerte nicht lange – schon war eines der Rehe hinter mir her. Es hat mich so lange "umgarnt" bis es fast alle Kekse erbeutet hatte :-).
 
Aber Vorsicht: die Viecher lassen nicht locker bis tatsächlich der letzte Keks weg ist! Sie fressen im Übrigen auch gern Stadtpläne und ähnliches – d.h. die Taschen rund um den Schrein und Tempel sowie im Nara-Park wirklich immer geschlossen halten!
 
 
 
Interessanterweise laufen die Rehe zwar bis zum Tempel (oder Schrein) – bleiben aber dann automatisch auf den Stufen stehen und drehen wieder um – als ob ihnen bewusst ist, dass sie den eigentlichen Bereich nicht betreten dürfen. Nur zum besseren Verständnis: keiner jagt die Rehe weg – sie gehen von allein!
 
Und auf dem Gelände des Todaji-Tempels sieht man überhaupt keines der Tiere – was an für sich sehr ungewöhnlich ist, da sie ja sonst jedem auf Schritt und Tritt folgen.
 
Danach ging es weiter, vorbei – wie oben schon erwähnt – an vielen kleinen Läden, die zum Teil ausnahmslos schöne Schwerter präsentieren, in Richtung "Todaji-Tempel" – der größten buddhistischen Tempelanlage in diesem Land mit der zweitgrößten Glocke. Beeindruckend die fast 16 m hohe Buddhastatue in dem Tempel selbst. Es ist für mich immer wieder faszinierend, was Menschen schaffen konnten – ohne großartige technische Hilfsmittel!
 
Der "Daibutsu" sitzt auf einer Lotusblüte – umrahmt wird er von zwei weiteren Statuen – der sogenannten Kannon-Göttin (= Göttin der Barmherzigkeit). Im hinteren Bereich des Tempels stehen dann – jeweils einer links und einer rechts – die entsprechenden "Wächter" – einmal "Tamon-Ten" (einer der vier Himmelskönige – Wächter des Nordens) sowie Komoku-Ten (ein weiterer Himmelskönig – Wächter des Westens). Vor dem Tempel selbst gibt es eine weitere beeindruckende Statue. Sie stellt einen buddhistischen Mönch dar, der wohl einer der ersten Schülers des Buddhas war. Gemäß einer alten Sage, schreibt man ihm auch heute noch heilende Kräfte zu. Das heißt (und das haben wir auch gesehen) – die Menschen gehen zu dieser Statue hin und berühren sie dort, wo sie Schmerzen haben (z.B. am unteren Rückenbereich). Man sagt, dass es nicht lange dauert und die Schmerzen würden verschwinden.
 
Der Todaji-Tempel beeindruckt aber nicht nur durch die dort vorhandenen Statuen sondern ebenso als Anlage selbst. Wie in der Beschreibung angekündigt handelt es sich um die größte buddhistische Tempelanlage Japans. Das Gebäude selbst ist aber mittlerweile nicht in der Originalgröße selbst vorhanden – auch hier wüteten in früheren Zeiten diverse Brände – das Gebäude wurde aber immer wieder neu aufgebaut.
 
Gemäß unserem Reiseleiter war das Hauptgebäude jeweils links und rechts um einige Meter länger.
 
Der Todaji-Tempel – die größte buddhistische Tempelanlage der Welt – mit dem größten sitzenden Buddha:
 
 
 
Der Buddha wurde von koreanischen Künstlern geschaffen. Diese Statue besteht aus mehreren Stufen und unterschiedlichen Metallen.
 
Ein kleiner "Spaß" der Kinder: man sagt, wer durch dieses "Loch" krabbelt, ist gesegnet. Der Durchmesser dieses "Loches" entspricht dem rechten (oder linken) Nasenloch der Buddha-Statue):
 
 
Nach Besichtigung einiger kleinerer Schreine, die verschiedenen Göttern gewidmet sind, kamen wir zu dem großen "Kasuga-Schrein". Ein beeindruckendes Gebäude! Es fand gerade eine Zeremonie statt, bei der sowohl die heiligen Rehe wie auch anwesende Kinder gesegnet wurden.
 
Man beachte die Farbe der Hakamas – je dunkler das Violett – desto höher der Priestergrad. Die Mädchen sind "nur" Gehilfinnen bei den verschiedenen Zeremonien. Frauen können niemals zur shintoistischen Priesterin geweiht werden. Offensichtlich wird aber noch heute ein "Medium" für Orakel befragt –und dieses "Medium" ist meistens eine Frau......
 
 
Nach dieser Tour ging es zu Fuß durch den Nara-Park zum Kofukuji-Tempel. In dieser Tempelanlage steht noch heute die Original-5-stufige Pagode – das Wahrzeichen dieser Stadt. Diese Anlage gehört zu einem buddhistischen Tempel bzw. einer noch heute existierenden Sekte. Zur damaligen Zeit – also im 8. Jahrhundert – standen 200.000 Kriegermönche in der Verpflichtung dieses Tempels. Daher auch heute noch, die auffallend vielen Läden mit einem großen Waffenangebot (von Sai,Jitte, Katana, Yari, etc.) – sozusagen als "Erinnerung" an damalige Zeiten. Die Waffen, die hier in Nara geschmiedet wurden, hatten einen fantastischen Ruf. Die oben erwähnte Sekte wurde so stark, dass die Kaiserfamilie nur 13 Jahre nach der Gründung von Nara, fliehen musste (ca. 748 n. Chr.) – nach Kyoto!
 
Nach einem kurzen Bummel durch die Innenstadt ging es dann per Shinkansen-Express zurück nach Kyoto. Dort holten wir unser Handgepäck ab und fuhren dann wieder mit dem Shinkansen-Express – dieses Mal nach Okayama. Dort stiegen wir um in einen "RailStar" nach Hiroshima. Die Zugfahrten waren ein Erlebnis!
 
Tipp: Unbedingt Sitzplätze mindestens einen Tag vorher reservieren – besser 2 Tage vorher!
 
Der Shinkansen-Express ist mit unserem ICE vergleichbar. Es gibt vier Arten von Zügen in Japan:
 
Der "Kodadama" = Pendlerzug, hält an jeder Station
Der "Shinkansen" = ICE-ähnlich, hält nur in größeren Städten!
Der "RailStar" = weitaus schneller als der Shinkansen – fährt nur Millionstädte an (wie Hiroshima = 1,4 Mio. Einwohner)
Der "Noizumi" = der toppt den "RailStar" noch bei weitem! Von diesem Zug wurden nur sehr wenige Exemplare gebaut. Dieser Zug fährt nur die ganz großen Millionenstädte wie z.B. Tokyo an)
 
Angekommen in Hiroshima stiegen wir zunächst in Taxis um und fuhren zu unserem Hotel "Sunroute" – das Hotel ist wunderschön! Gleich neben dem Friedenspark gelegen und damit sehr zentral.
 
Abends waren wir noch in einer klassischen Garküche (man riecht danach sehr stark... :-)). Dort gibt es eine Art "Pfannkuchen" (dünner Teig gefüllt mit Weißkohl, Sojasprossen, Nudeln, Schweinefleisch – wahlweise Schweinefleisch und Fisch – diverse Gewürze, Lauchzwiebeln und Ei). Dieser Pfannkuchen wird beidseitig angebraten und danach mit einer dunklen Sauce bestrichen. Die Gäste sitzen um den Herd herum und können direkt zugucken, wir dieser "Pfannkuchen" zubereitet wird.
 
Tipp: zum Essen empfiehlt sich eine Art "Ketchup" (= eine Gewürzsauce auf Soja basierend – schmeckt ähnlich wie Curry-Ketchup) und ein kühles Bier. Kosten für diese Mahlzeit samt Getränk lagen bei ca. 1.200 Yen (knapp 10,00 EUR).
 
War auf jeden Fall ein guter Abschluss des heutigen Tages!
 
 
Tag 6: 10.10.2005
 
DER-Tour-Beschreibung: Stadt des Friedens und Heilige Insel Miyajima. Hiroshima war Ziel des Abwurfs der ersten Atombombe am 06. August 1945. Halbtagsbesichtigung der Gedenkstätten mit dem Friedensmuseum und Friedenspark. In der Bucht von Hiroshima liegt die Insel Miyajima, die Sie von Hiroshima nach kurzer Bahnfahrt und Übersetzen per Fähre erreichen. Der schönste Schrein, vielleicht die schönste Kultstätte Japans überhaupt, liegt auf dieser Insel. Während der Flut spiegelt sich Japans malerischstes Torii rotglänzend im Wasser. Nochmalige Übernachtung in Hiroshima.
 
Heute war ein weiterer beeindruckender Tag! Das Hotel "Sunroute" kann man wirklich sehr empfehlen! Nach einer doch etwas ruhigeren Nacht (mein "Jetlag" ist fast weg!), ging es Richtung Miyajima – der heiligen Insel.Zunächst per Straßenbahn bis zum Bahnhof, von dort aus dann mit dem Zug und dann per Fähre.... da wir immer rechtzeitig ankamen, war die Wartezeit wirklich auf ein Minimum begrenzt.
 
Die Insel selbst gilt als eines der schönsten Heiligtümer in Japan überhaupt. Nach Ankunft von dem Festland wurden wir sofort von einem Rudel Rehe "begrüßt" – wie bereits gesagt, gelten diese Tiere als heilig (Botschafter der Götter).
 
 
Auffallend übrigens war am Eingang zum Schrein eine Art Stall mit einem Schimmel (aus Holz) darin. Gemäß dem shintoistischen Glauben markiert dieses Tier besondere Heiligtümer – und davon gibt es in Japan nur drei: Miyajima, Ise-Schrein und Nikko.
 
Zunächst ging es zu dem berühmten "Torii" – dem roten Tor, welches vor dem heiligsten Schrein steht. Früher war es – außer den Priestern, bzw. Mönchen – niemanden erlaubt, die Insel zu betreten. Aber bei Schreinfesten sollte das Volk gemäß Willen der Götter – teilnehmen können. Also baute man dieses Tor in das Meer und einen sehr langen Steg, der von dem Schrein bis zum Tor führte. Dieser Steg existiert heute nicht mehr – das Torii und der Schrein selbst nach wie vor.
 
 
Somit konnte das Volk an dem Schreinfest teilnehmen und den Göttern huldigen, betrat aber nicht den heiligen Boden der Insel.
 
Begrüßung am Eingang zum Schrein:
 
 
 
Heute sieht es hier natürlich anders aus. Der Tourismus ist auch hier "eingefallen" – auf dieser Insel gibt es mehrere Ryokans (jap. Gästehäuser), Läden und Restaurants. Wobei "Tourismus" sich hier hauptsächlich auf japanische Touristen bezieht – ausländische sind hier sehr selten anzutreffen.
 
Als erstes besuchten wir den Schrein - glücklicherweise fand dort gerade eine Hochzeit statt.
 
 
 
Wir konnten fast hautnah miterleben, wie eine solche Zeremonie abläuft! Die Braut in weiß (spezieller Kimono) mit einer für uns seltsam anmutenden Haube. Gemäß Nils ist diese Haube dafür gedacht, die (Teufels-)"Hörner" der Frau zu verdecken. Denn eifersüchtige Frauen können - gemäß japanischem Glauben – in eine sogenannte "Hanja" mutieren. Eine "Hanja" ist eine Art Dämon mit schrecklichem Gesicht, Vampirzähnen und Hörnern.
 
Der Bräutigam trägt einen schwarzen Gi mit Mon seiner Familie und eine schwarz-weiß gestreifte Hakama. Die Zeremonie ist sehr interessant – sollte man sich aber erklären lassen. Da sie für uns Europäer doch nicht ohne weiteres verstanden wird.
 
 
 
Bräutigam
 
Braut
 
...und Musik ist auch da...
 
Nach dieser "Pause" ging es weiter – bis hin zu einem sehr alten Teil. Hier befindet sich das älteste No-Theater Japans – und dem eigentlichen Itsukushima Schrein. Nach Erklärungen durch Nils folgten wir ihm zu einem buddhistischen Tempel – dem "Daisho-In"-Tempel – vorbei an der "Tahoto Pagode".
 
Das älteste No-Theater Japans
 
Dem Weg weiter folgend kamen wir dann letztendlich bei weiteren kleinen Tempelanlagen an. Dort habe ich zum ersten Mal – sozusagen "live" – einen buddhistischen Mönch auf einer großen Trommel schlagen hören (Taiko) neben scheinbar endlos langen Rezitationen. Faszinierend!
 
 
 
Auf dem Weg zu einem der buddhistischen Tempel, findet man sogenannte Gebetsmühlen. Diese Gebetsmühlen sind normalerweise nicht in Japan zu finden – das sie hier aufgestellt wurden, ist eine weitere Besonderheit dieses Heiligtums und lässt darauf schließen, dass vor einigen Jahrhunderten entweder buddhistische Priester aus Japan nach Indien reisten, oder aber Inder die Insel betreten haben.
 
Nach einer minimalen Verschnaufpause ging es wieder bergab – unser Reiseleiter zeigt uns einen kleinen Picknickplatz, der etwas versteckt lag. Außer ein neugieriges Reh blieben wir hier völlig allein.
 
Um kurz nach 14:00 Uhr ging es wieder zurück aufs Festland und von dort mit dem Zug bis nach Hiroshima-Yokogawa.
 
Dort steht wohl eines der traurigsten Kapitel der Menschheit – der sogenannte "A-Bomb-Dome". Ein Mahnmal für die Menschen, den 06. August 1945 nie zu vergessen. Um 08:15 Uhr wurde 580 m über diesem Gebäude (dieses Gebäude blieb unter anderem deshalb zum Teil stehen, weil es aus Stahlbeton besteht) die erste Atombombe der Welt gezündet. Die Wucht der Explosion, die Strahlung – all das kann man sich heute nicht mehr vorstellen, wenn man Hiroshima besucht. Sieht man aber dieses Mahnmal läuft einem wirklich ein kalter Schauder über den Rücken. Sich vorzustellen das innerhalb von Sekunden Tausende von Menschenleben ausgelöscht – ja regelrecht "verdampft" wurden – unvorstellbar!
 
Bis heute sind 200.000 Menschen an den Folgen dieses Abwurfes gestorben.
 
Dieses Gebäude war übrigens die ursprüngliche Industrie- und Handelskammer von Hiroshima. Neben dem "A-Bomb-Dome" befindet sich ein Fluss und auf der anderen Seite ist heute der Friedenspark samt Museum und mehreren Mahnmalen für die Opfer.
 
Nach einer Erläuterung durch Nils zu diesem Punkt, ging es weiter durch den Friedenspark zu den Mahnmalen, die dort zum Gedenken an die Toten aufgestellt wurden. Wir haben alle die "Gedenkglocke" einmal geschlagen um der Toten zu gedenken und die Welt zum Frieden zu ermahnen. Es wird einem wirklich anders zumute, wenn man diese Glocke schlägt – erklären kann man das im Übrigen nicht.
 
 
Im Hintergrund gut zu erkennen – "A-Bomb-Dome"......
 
Schweigend sind wir dann zum Friedensmuseum gewandert – vorbei an der Stele für die koreanischen Opfer, vorbei an dem Kinderdenkmal das unter anderem an ein ganz besonderes Mädchen erinnern soll, welches mit 12 Jahren an Leukämie starb, nach dem es zweijährig den Abwurf scheinbar gesund überlebte.
 
 
Friedensmuseum der Stadt Hiroshima – dieses Museum befindet sich heute auf dem Gelände des ehemaligen Banken-, Schul- und Universitätsviertels von Hiroshima.
 
Dieses Mädchen hatte – nach dem die Diagnose bekannt war – angefangen Kraniche aus Papier zu falten. Einer alten Sage nach, wird derjenige von einer schrecklichen Krankheit geheilt, der es schafft, 1000 Papierkraniche zu falten. Leider starb dieses kleine Mädchen als sie gerade 663 Kraniche fertig hatten. Ihre Freunde und Klassenkameraden haben darauf hin die restlichen Kraniche fertiggefaltet und ihr mit in das Grab gelegt.
 
Bis heute werden jährlich 1000 Papierkraniche aus allen Teilen des Landes an Hiroshima geschickt um an dieses Mädchen (stellvertretend für die vielen anderen toten Kinder) zu denken – mittlerweile kommen diese Papierkraniche auch aus anderen Teilen der Welt. Und diese "Kraniche" werden jedes Jahr am 06. August zum Gedenken in Glasvitrinen vor dem Kinderdenkmal ausgestellt.
 
Im Friedensmuseum finden sich weitere beeindruckende und nachdenklich stimmende Zeitzeugen von jenem Tag. Schreckliche "Zeugen"! Beispielsweise eine Steinstufe von einer Bank – in der der Schatten einer Frau regelrecht eingebrannt wurde, die zu dieser Uhrzeit auf dieser Stufe saß und etwas gegessen hat. Oder Kleidungsstücke und Schulgegenstände der Kinder und Studenten, die auf dem Weg zur Schule und Uni waren. Denn dort wo die Bombe gezündet wurde, befand sich nicht nur die Industrie- und Handelskammer sondern auch das Bankenviertel von Hiroshima samt einiger Schulen und Universitäten.
 
Man kann nur hoffen, dass sich so etwas niemals wiederholt!
 
Trotz dieses doch traurigen Abschlusses, war der Tag rundum gelungen! Nach einem kurzen "Irrgang" durch die Stadt (um eine Bank zu finden!), waren wir noch "shoppen" und anschließend japanisch essen in einem total urigen Lokal. Kurzer Zwischenstopp in einem "Starbucks" – und nun endet ein weiterer Tag – aufregend und interessant zugleich!!!
 
Blick aus unserem Hotel über Hiroshima......
 
Info: Betreffs der Strahlung muss man sich gemäß Information keinerlei Sorgen mehr machen. Das Niveau der vorhandenen Strahlung ist nach 60 Jahren wieder soweit gesunken, dass es sich wohl "im normalen Maßstab" bewegt. Abgesehen davon, sind die Touristen meist nur 1 bis 2 Tage in dieser Stadt – die Dauer ist ja bei einer Strahlung ebenfalls entscheidend. Aber ehrlich: Angst hatte keiner von uns – diese Stadt mit seinen 1,4 Mio. (!!) Einwohnern wirkt so lebendig und pulsierend (im Übrigen mehr als manch andere Stadt die wir besucht haben) – wäre die Strahlung tatsächlich noch so immens würde hier niemand leben.
 
 
Tag 7: 11.10.2005
 
DER-Tour-Beschreibung: Hiroshima – Himeji – Fuji – Hakone Nationalpark. Frühe Fahrt mit dem Shinkansen-Superexpress nach Himeji. Besichtigung der Silberreiher-Burg, der größten mittelalterlichen Shogun-Burg Japans. Nach einem erlebnisreichen Tag erreichen Sie abends mit dem Shinkansen-Express Odawara am Fuße des Fuji-Hakone Nationalparks. Fahrt mit dem öffentlichen Bus zu Ihrem Hotel in einer herrlichen Landschaft gelegen. Abends bietet das Hotel die Möglichkeit zum Baden in einem typisch japanischen Themalbad (Onsen). Übernachtung.
 
Heute war ein besonders interessanter Tag für mich! Auf dem Programm stand zunächst eine weitere Bahnfahrt (aber mit dem "RailStar" :-)) in Richtung Himeji. Dort steht die besterhaltenste Burganlage "Weißer Reiher". Mehrere Shogune hatten hier ihren Sitz. Und: MIYAMOTO MUSASHI WAR HIER!!!! Und ich jetzt auch... – ich konnte es gar nicht glauben! Aber gemäß einer Geschichte, soll Miyamoto Musashi im Turm dieser Burg – genauer gesagt im obersten Geschoss – gegen einen Geist gekämpft haben.
 
 
Silberreiher-Burg
 
Auf "heiligem" Boden :-)
 
Zudem steht dort ein Schrein, der nach dem Bau der Burg zunächst kurzfristig dort stand und dann aber entfernt wurde – bzw. verlagert wurde. Gemäß weiteren Erzählungen (und die gibt es zu dieser Burg zuhauf), wurden die Stadtbewohner daraufhin von einigen Naturkatastrophen heimgesucht, da die Götter mit dem neuen Platz des Schreins absolut nicht einverstanden waren. Nach dem die Burgbewohner den Schrein wieder an Ort und Stelle zurück gebracht hatten, hörten diese Katastrophen schlagartig auf.
 
Des Weiteren ist an dieser Burg das Spannende, dass sich jede Familie anhand der Dachziegel (bzw. der Endstücke der Ziegel) "verewigt" hat. Sollte also jemand ein "Mon" suchen – ich verweise hier auf das Foto.
 
 
Nach der Burgbesichtigung ging es zum "Harakiri-Hof", der etwas unterhalb der Burg angelegt wurde. Hier haben sich die Samurai das Leben genommen, wenn sie dieses – ihrer Meinung nach - verwirkt hatten oder nachdem sie zum rituellen Selbstmord verurteilt worden waren.
 
Nach diesem Besuch ging es zunächst (übrigens mal wieder bei strömenden Regen) langsam zurück in Richtung Bahnhof. Gott sei Dank gibt es in den meisten Städten, überdachte Einkaufspassagen – so auch in Himeji. Bis auf ein kurzes Stück entlang der Straße konnten wir tatsächlich fast "trockenen Fußes" durch die Stadt zum Bahnhof zurücklaufen und nebenbei noch ein kleines Mittagessen genießen.
 
Dort stiegen wir in den Shinkansen-Express nach Odawara – nach einer etwas längeren Bahnfahrt erreichten wir unser Ziel und stiegen um in den öffentlichen Bus in Richtung Hakone.
 
Das "Palace Hotel" liegt – für japanische Verhältnisse – sehr einsam und in ca. 800 m Höhe mitten im Hakone Nationalpark. Das Hotel selbst ist etwas älter, aber dennoch sehr gemütlich eingerichtet. Ungewohnt war nachts die Stille um das Hotel – im Gegensatz zu den anderen Hotels, in dem wir während unserer Reise übernachtet haben und die immer Mitten in der Stadt lagen (demzufolge der Straßenlärm bis morgens zu hören war) – war dieses Hotel doch eine wirklich entspannende "Alternative".
 
Da es um dieses Hotel herum keinerlei Restaurants, Läden etc gibt, empfiehlt es sich an der Reception einen Gutschein für ein Abendessen im Hotelrestaurant zu kaufen (Kosten: 2.200 Yen). Das Essen war wirklich sehr gut – sehr europäisch im Übrigen! – und reichhaltig.
 
In das "Onsen" haben es allerdings nur wenige von unserer Gruppe geschafft. Wir waren alle doch ganz schön geschafft von den vielen Eindrücken, die wir bisher sammeln könnten und der dauernden Bewegung in der frischen Luft :-)). Doch diejenigen, die das "Onsen" besucht haben, waren begeistert.
 
Ein Besuch eines solchen Thermalbades empfiehlt sich allerdings nur, wenn man körperlich gesund ist – Menschen mit Herz-Kreislaufbeschwerden oder die von Haus aus Probleme in der Sauna haben, sollten auf einen Besuch hier verzichten. Das Wasser ist ca. 45° C heiß und sehr belastend für den Kreislauf. Maximale Zeit im Bad selbst: 10 Minuten!
 
Wichtig: vor dem eigentlichen Bad befindet sich ein eigener "Waschraum". Hier muss sich der Besucher erst einmal gründlich mit Wasser und Seife abschrubben und darf erst dann das eigentliche Onsen betreten und in das Wasser steigen.
 
 
Tag 8: 12.10.2005
 
DER-Tour-Beschreibung: Hakone – Kamakura – Tokyo. Morgens führt Sie ein Ausflug per Bus und Boot in die Bergwelt Hakones und des Ashisees (wetterabhängig). Genießen Sie die wunderschöne Natur und bei hoffentlich klarer Sicht immer wieder einzigartige Ausblicke auf den zum Greifen nahe Fuji-san. Weiter geht es per Bus nach Kamakura, vom 12. bis 14. Jahrhundert die erste Shogun-Hauptstadt. Sie ist reich an buddhistischen Tempeln und Shinto-Schreinen. Besuch des Hasedera Tempels und des Großen Buddhas (Daibutsu). Nachmittags Weiterfahrt per Bus nach Tokyo. Hotelübernachtung im pittoresken Stadtviertel Asakusa.
 
Kaum zu glauben wie schnell die Zeit dahinrast!! So manchen Augenblick möchte man auf dieser Reise doch etwas länger "festhalten", doch das ist leider unmöglich. Für mich ist Japan mittlerweile wirklich mein "Lieblingsland" geworden und ich kann mich auch jetzt noch nicht satt sehen an all den Tempeln, Schreinen und Burgen. Hier ist für mich die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte noch so "wirklich", so "tatsächlich vorhanden" – es ist unglaublich. Wobei man auch in unserem Land all die prächtigen Schlösser und Burgen nicht unterschätzen darf – ebenso hier "lebt" die Geschichte in gewisser Weise weiter.
 
Aber Japan ist in der Hinsicht anders – und dieses "anders" kann man schlecht erklären, dass sollte man erleben! Ich glaube, dass liegt vielleicht auch daran, dass die Japaner selbst auch heute noch zwischen Tradition und Moderne leben und beide Bereiche geschickt miteinander zu verbinden wissen.
 
Heute ist der achte Tag – bloß nicht daran denken, dass die Reise bald vorbei sein wird...
 
Nach einer ungewohnt ruhigen Nacht und einem guten Frühstück(Hurra – ich habe ausnahmsweise durchgeschlafen! Mein "Jetlag" ist endgültig weg), ging es zunächst auf 1.050 m Höhe (per Bus) zu den Schwefelquellen. Als Spezialität gibt es hier "schwarze Eier". D.h. die Eier werden in dem heißen Schwefelwasser der Quellen gekocht und dadurch färben sich die Schalen schwarz. Kosten für ein solches Ei = 500 Yen (ca. 3.50 €).
 
Der Gestank war nahezu unerträglich... und vor allem war es etwas "nebelig".. ? Leider kein guter Blick zu der näheren und weiteren Umgebung dieser Bergwelt. Nach einem kurzen Aufenthalt hier, fuhren wir mit "unserem" Bus weiter – wieder ein paar Meter bergab – zum "Ashisee" und setzten dort mit einem "Piratenschiff" (ja, wirklich ein "Piratenschiff"!) ans andere Ufer über (Fahrtzeit etwa 35 Minuten) – bei strahlendem Sonnenschein. Sogar der Fuji-san hat sich kurz gezeigt... Trotz dem Sonnenschein war es hier jedoch merklich kühler als an anderen Plätzen.
 
 
Schwefelquellen in Hakone
 
Der Fuji lässt sich blicken...
 
Ashisee – Hakone Nationalpark
 
Nach einer minimalen "Pinkelpause" stiegen wir wieder in den Bus und fuhren nach Kamakura. Dies war eine Hauptstadt vom 12. bis 14. Jh. und der Regierungssitz der Minamoto (Shogun). Während unserer kurzen Mittagspause gingen Matthias und ich (die Gruppe hatte sich zur Pause aufgeteilt) zum Hachiman-Schrein (=Kriegsgott, Schutzgott von Kamakura). Dieser shintoistische Prachtbau ist ein weiteres Beispiel für die hohe Kultur und Baukunst des mittelalterlichen Japans.
 
Beeindruckend die Figuren und farbenprächtige Gestaltung des Schreins!
 
Weiter ging es dann mit dem Bus zu einem weiteren Kannon-Tempel. In diesem Tempel konnten wir einen stehende Kannon-Statue bewundern und einer buddhistischen Zeremonie beiwohnen (mal was ganz anderes als die shintoistischen). Danach besichtigten wir weitere kleinere Gebäude auf dem Gelände sowie eine Höhle, die der Göttin Bentan (Glücksgöttin) geweiht ist. Dieser Tempel wird auch oft von Frauen aufgesucht, die ihre Kinder haben abtreiben lassen – bzw. abtreiben mussten (die "Pille" ist in Japan nicht ohne weiteres erhältlich!). Sowie von all denjenigen Angehörigen, deren Toten auf unnatürlichem Wege gestorben sind (z.B. Unfall).
 
Der dazugehörige Garten dieser Tempelanlage ist wunderschön! Vorbei an einem größeren Teich mit vielen Koi-Karpfen und diversen Pflanzen und Bäumen, könnte man glauben man ist fast im Paradies.
 
Tempelanlage in Kamakura
 
Nach diesem Besuch ging es dann zur nächsten großen Buddhastatue (Daibutsu von Kamakura) – einfach gigantisch. Im Gegensatz zu der Buddhastatue im Todaji-Tempel sitzt diese Figur im "Freien" – das Gebäude, dass ursprünglich einmal um diesen Buddha herum existiert hat, wurde durch eine große Flutwelle komplett weg gerissen – nur die Statue blieb erhalten. Es gibt zwar mittlerweile wieder einige kleinere Gebäude drum herum, aber der eigentliche Tempel wurde nie wieder aufgebaut.
 
 
Man beachte den Größenunterschied, dieser "Daibutsu" ist knapp 15 m hoch
 
Nach dieser Besichtigungstour folgt die abschließende Busfahrt nach Tokyo. Entlang der Küstenstraße und bei strahlendem Sonnenschein folgten diverse Ferienorte mit teils kilometerlangen, fast menschenleeren Stränden.
 
Auf der Autobahn durchquerten wir dann noch Yokohama (größter Import-Exporthofen Japans, seit Kobe 1995 durch das Erdbeben fast komplett zerstört wurde), bevor wir Tokyo selbst erreichten.
 
Wir befinden uns jetzt im "Blue Wave Hotel" in Asakusa (Stadtteil von Tokyo) – sozusagen mittendrin. Hinter dem Hotel liegt eine weitere shintoistisch-buddhistische Anlage (die größte in Tokyo) mit dazugehörigen Einkaufspassagen.
 
Heute Abend waren Markus, Matthias, Nils (unser Reiseleiter) und ich noch im "Shinjuku"-Viertel (Vergnügungs- und Einkaufsviertel). Dort haben wir Erlebnisgastronomie auf japanisch getestet. Das "Alcatraz" ist eine Mischung aus Gefängnis und perfider Folterkammer. Witzig: die Bedienungen laufen alle in Arzt- oder (sehr knappen!) Schwesternkleidung herum. Die Räume sind entweder Gefängniszellen oder aber seltsam aussehende "Sezierräume" – alles wirkt leicht überdreht aber dennoch sehr lustig. Also wir haben uns wirklich amüsiert :-).
 
Das Essen war sehr gut, aber teuer. Zzgl. Eintritt kam auf jeden von uns 3.000 Yen Kosten. ( etwas über 25,00 €) – aber testen sollte man es auf alle Fälle.
 
Tipp: am besten mit mehreren Leuten losziehen – allein verliert man sich sehr schnell in dem dichten Großstadtgewimmel!
 
 
Tag 9: 13.10.2005
 
DER-Tour-Beschreibung: Tokyo. Heute lernen wir die unterschiedlichen Gesichter Tokyos kennen. Mit dem Bus fahren wir zunächst nach Shinjuku, einem der modernen Stadtteile mit einer hohen Wolkenkratzerdichte. Einen Akzent der Vertikale setzt hier die Stadtverwaltung. Das Gebäude beheimatet das höchste Rathaus der Welt und wurde von dem Architekten Kenzo Tange erbaut. Von der Aussichtsplattform in 200 m Höhe bietet sich uns ein großartiger Blick über die Stadt. Von hier aus kann man die gewaltigen Ausdehnungen von Metropolitan Tokyo ermessen. Anschließend besichtigen wir den in einem weitläufigen Park eingebetteten Meiji-Schrein. Die Gedenkstätte erinnert an Kaiser Meiji und symbolisiert die starke Verbindung des Kaiserhauses mit dem Shintoismus, der alten Naturreligion Japans. Freuen wir uns auf die Bootsfahrt auf dem Sumida-Fluss nach Asakusa. Vom Wasser aus entdecken wir immer wieder interessante und wechselnde Ansichten der Stadt. In Asakusa mischen wir uns unter die Gläubigen im Kannon-Tempel. Dieses Heiligtum ist insbesondere der Göttin der Barmherzigkeit geweiht. Der Weg dorthin führt über die belebte Ladenstraße Nakamise Dori und durch das Donnertor mit der 750 kg schweren Laterne. Zum Abschluss des Tages lernen wir auf einer U-Bahnfahrt die Effizienz der öffentlichen Verkehrsmittel im Tokyoter Untergrund kennen und unternehmen einen Spaziergang zum Kaiserpalast, bummeln anschließend über die Ginza und schnuppern das Flair Tokyos vornehmster Einkaufsstraße ein.
 
Heute waren wir in Tokyo unterwegs – und wir sind alle ziemlich geschafft. Als erstes waren wir am Meiji-Schrein. Dieser wurde als Denkmal für den Kaiser errichtet, der die Reformen für ein modernes Japan eingeleitet hatte. (1868)
 
War ein sehr beeindruckender Schrein mit einem wunderschönen, großen Park. Unser Reiseleiter hat erzählt, dass aus ganz Japan Bäume hierher geschickt wurden, als der Schrein errichtet wurde. Es ist also zugleich ein riesiger botanischer Garten.
 
Der Schrein selbst ist sehr schlicht gehalten – im Gegensatz zu vielen "bunten" Shinto-Schreinen, die vor allem durch ihrer herausstechende Farbe "Orange" sofort auffallen, ist dieser hier nicht gestrichen. Das heißt der Schrein selbst ist rein aus Naturholz – keinerlei Farbe – so waren die Original-Shinto-Schreine eigentlich immer. Die Farbenpracht der Schreine kam erst im Mittelalter.
 
 
Eingang zum Meiji-Gelände
 
Meiji-Schrein
 
Die Wanderung durch den Park hat mir sehr gut gefallen – vor allem, wenn man sich bewusst macht, dass um den Park herum wirklich Millionen von Menschen leben und arbeiten!
 
Nach der Rückkehr zum Eingangstor ging es per Bus weiter zum Rathaus – einer der vielen Wolkenkratzer hier. Mit dem Lift (und nach einer Sicherheitskontrolle) ging es dann in das 45te Stockwerk – dort befindet sich die Aussichtsplattform, die einem im Rundgang einen Überblick über ganz Tokyo verschafft – einfach genial. Wir hatten zudem schönes Wetter und der Smog hielt sich in Grenzen. D.h. wir konnten wirklich sehr viel sehen!
 
Einige Eindrücke über Tokyo – siehe nächste Seite – Blick aus dem Rathaus (45. Stockwerk):
 
 
 
 
 
 
Nach dem sich wieder alle Gruppenmitglieder im Erdgeschoss versammelt haben, ging es per Bus weiter zum Kaiserpalast. Dort kommt man im Übrigen nur bis zu einer bestimmten Brücke vor die Tore. Den Palast selbst kann man von hier aus leider fast nicht sehen.
 
Wir hatten das große Glück, eine Wachablösung beobachten zu können. Fast wie in England vor dem Buckingham Palace – nur das hier nicht eine komplette Garnison aufmarschiert sondern lediglich zwei Wachsoldaten.
 
Das Burgareal selbst wurde von den Tokugawa-Clan im 16 Jh. geschaffen und auch bewohnt.
 
Leider sieht man vom Kaiserpalast nicht viel......
 
Blick vom "Vorplatz" des Kaiserpalastes
 
Weiter ging es – wieder mit "unserem" Bus – zum nächsten Wolkenkratzer – dort haben wir im 46ten Stock zu Mittag gegessen. Allein der Lift zu diesem Stockwerk ist einer Erwähnung wert – man kann während der Fahrt nämlich nach draußen gucken und die Geschwindigkeit ist gigantisch – nichts für jemanden mit Höhenangst. Derjenige sollte sich am besten an die Tür stellen und nicht rausgucken...- was ein bisschen schwer ist: der Lift ist gläsern.
 
Aufnahmen aus dem Lift – über Tokyo – siehe nächste Seite
 
 
 
 
Nach dem Essen sind wir per U-Bahn zum Sumida-Fluss gefahren und dort per Fähre wieder zurück nach Asakusa. Von Asakusa aus, ging es dann per U-Bahn zur "Ginza" ("der" Einkaufsstraße in Tokyo schlechthin!) zum Shoppen. Ich habe zwar immer noch nicht alles, aber mal gucken... übrigens: mittlerweile habe ich einen handfesten Sonnenbrand im Gesicht.. :-))
 
 
 
Nach dem "Einkaufsstress" ging es zurück zum Hotel. Wieder per U-Bahn – und da konnte man zum ersten Mal fühlen, wie sich Sardinen in einer Öldose fühlen müssen – es war nämlich "Rush Hour"). Übrigens: die "Stopfer", also die Herren mit den weißen Handschuhen, die am U-Bahn-Steig stehen und darauf achten das wirklich noch jeder reinpasst – gibt es in Tokyo nicht mehr.
 
Kurze Verschnaufpause – und dann ging es auch schon wieder weiter zum gemeinsamen Abendessen. Abschließend – die Gruppe reduzierte sich allmählich – schlenderten wir noch über das Kannon-Tempel-Gelände, welches ja direkt hinter dem Hotel liegt.
 
Und nun habe ich schon gepackt, bzw. etwas umgepackt. Morgen geht’s noch nach Nikko – und wer will, kann um 04:30 Uhr noch mit zum Fischmarkt... Auf den Fischmarkt werde ich wohl verzichten – Nikko ist mir wichtiger und das will ich ausgeschlafen miterleben :-).
 
 
Tag 10: 14.10.2005
 
DER-Tour-Beschreibung: Ausflugspaket: Tagesausflug nach Nikko. Begleiten Sie Ihren Reiseleiter zu einem unvergesslichen Besuch einer Auktion auf Tokyos Fischmarkt Tsukiji (fakultativ). Als ein weiterer Höhepunkt unserer Japanreise führt heute im Rahmen des Ausflugspakets ein Tagesausflug mit dem Bus in die Bergwelt des Nikko Nationalparks. Eingerahmt von der landschaftlichen Schönheit des Nikko Nationalparks breitet sich der Tempelbezirk (UNESCO-Weltkulturerbe) in der hügeligen Umgebung des Städtchens Nikko, etwa 120 km nördlich von Tokyo aus. Unsere Besichtigungen beginnen im Rinnoji-Tempel. In dessen Haupthalle mit den drei Buddhas nimmt die feierliche Atmosphäre den Besucher gefangen. Beeindruckend sind die Schöpfungen der Holzschnitzkunst am Toshogu. Nikkos wichtigster Schrein und Mausoleum des Tokugawa Shoguns wurde im 17. Jh. zur Zeit der Hochblüte von Architektur und Kunst geschaffen. Am frühen Abend Rückkehr nach Tokyo.
 
Nun geht der letzte Tag zu Ende – ich kann es gar nicht fassen!! Die vorläufig letzten Einkäufe sind erledigt, die Tasche soweit gepackt. Morgen um 09:00 Uhr geht es los in Richtung Narita (internationaler Flughafen Tokyos).
 
Die ganz "Tapferen" in unserer Gruppe sind heute Morgen um 04:30 Uhr mit unserem Reiseleiter auf den berühmten Fischmarkt gefahren. Anbei ein paar Fotos, die Matthias dort "geschossen" hatte:
 
Frühmorgendliches Gewimmel
 
Die Ware wird genau geprüft – hier frischer Thunfisch
 
Gefrorener Thunfisch
 
Beginn der Auktion am Fischmarkt
 
Heute war auf jeden Fall der perfekte Abschlusstag. Nach einem etwas hektischen Frühstück, ging es per Bus zu dem "Chuzenjiko" – einem See bei dem Natanberg. Wunderschön gelegen – bekannt geworden, da hier vor langer Zeit einst ein bekannter Einsiedler lebte und einen Tempel gründete – gilt dieser Platz auch heute noch als "Sommer-Ausweichsort" für japanische wie auch ausländische Bewohner Tokyos. Höhe ca. 1300 m über dem Meeresspiegel – daher werden die Sommer hier auch nicht so heiß wie in Tokyo selbst.
 
Aufpassen sollte man hier auf die Affen (eine Makakenart) – wir haben zwar keine gesehen, aber sie sind da. Unser Reiseleiter hat uns diesbezüglich ein paar wichtige Tipps gegeben, bevor wir ausgestiegen sind (Taschen geschlossen halten, Affen nicht füttern, etc. – diese Tiere können sehr aggressiv werden).
 
Nach dem wir uns an diesem See eine kleine Pause gegönnt haben, ging es schon wieder weiter zu dem höchsten Wasserfall Japans (130 m!) – ein gigantisches Naturschauspiel – vor allem da die Laubfärbung hier bereits begonnen hat. Das ganze Gebiet gehört übrigens schon zu der Stadt Nikko.
 
Eindrücke von der Natur rund um Nikko:
 
 
 
Nach kurzem Aufenthalt ging es dann direkt nach Nikko – zu dem Tokugawa-Schrein, bzw. der Tempelanlage. Hier befindet sich auch die Asche des Tokugawa Ieyasu (des ersten bedeutenden Shoguns im 16. Jahrhundert des Tokugawa-Clans). Er regierte von 1602 bis 1605 (gab die Macht dann ab an seinen Sohn) – starb 1618 bei einem Reitunfall.
 
Es sind zwei weitere wichtige Personen hier bestattet: einmal den Mann, den Tokugawa Ieyasu tötete um an die Macht zu kommen und dann noch ein Enkel von Tokugawa Ieyasu.
 
In dieser Anlage sind sowohl shintoistische wie auch buddhistische Anlagen vereint. Das kommt unter anderem daher, dass Nikko selbst schon lange vor dem Buddhismus – ebenso wie Miyajima – ein "heiliger Platz" war – und zwar der Shintoisten. Als Tokugawa Ieyasu diesen Platz für "seinen" buddhistischen Tempel aussuchte, wurden die shintoistischen Götter befragt ob das wohl in Ordnung sei. Die Götter stimmten zu, verlangten aber, dass für sie ebenfalls noch entsprechende Schreine neben den Tempelanlagen existieren sollten. Dem wurde Folge geleistet.
 
Der Tokugawa-Tempel selbst besteht – wie bei allen Anlagen – aus mehreren Gebäuden. Unser Reiseleiter erklärte uns genau, bis wohin die jeweiligen Menschen die Tempelanlage selbst betreten durften (es gibt drei Tore bis zum Innenbereich). Im zweiten "Innenhof" ist unter anderem auch der Stall für den Schimmel. Hier wird normalerweise ein echtes Pferd gehalten – doch aufgrund des Massentourismus und um die Nerven des Tieres zu schonen, ist das Pferd nur noch bei besonderen Anlässen in diesem Stall untergebracht. An der Außenwand des Stalls sind im übrigen die drei berühmten Affen zu sehen ("Nichts Böses sehen, nichts Böses sagen und nichts Böses hören").
 
Auffallend prunkvoll das dritte Tor zum eigentlichen Innenhof! Es wurde mit sehr viel Gold und Farben gearbeitet und an dem erwähnten Tor (sowie an einem weiteren), wurden im Torbogen chinesische (!) Geschichten anhand geschnitzter Figuren dargestellt. Unglaublich wie sauber und akkurat und fein alles herausgearbeitet wurde.
 
Wir durchwanderten den Tempel selbst – das Mausoleum des Tokugawa Ieyasu haben wir leider nicht mehr geschafft – aber es war auf jeden Fall ein weiterer beeindruckender Punkt in unserer Japanreise!
 
Vorbereitungen für ein Tempelfest – diese Gebäude sind "Lagerhallen" für alle wichtigen Utensilien eines shintoistischen Schreinfestes.
 
Die berühmten drei Affen!! Nichts Böses hören, nichts Böses sagen, nichts Böses sehen.
 
 
 
Ansicht des Stalls für den Schimmel, sowie die Tore zum Eingang des eigentlichen Tokugawa-Schreins.
 
 
Tag 11: 15.10.2005
 
DER-Tour-Beschreibung: Morgens Transfer zum Flughafen Tokyo Narita und Rückflug mit JAL nonstop nach Frankfurt. Ankunft am Nachmittag.
 
Nun sitze ich bereits seit einigen Stunden im Flieger. Unter uns ist Russland zu sehen und irgendwie seltsam, das es seit einiger Zeit so scheint, als ob wir permanent in der Abenddämmerung fliegen. Gemäß Plan erreichen wir Frankfurt in ca. 6,5 Stunden ... Mittlerweile habe ich "Krieg der Welten" ganz gesehen – sogar auf Deutsch. Das Kinoprogramm der JAL ist wirklich gut.
 
Auf dem Flughafen in Tokyo habe ich noch die allerletzten Kleinigkeiten besorgt und hoffe, dass meine kleinen "Mitbringsel" allen gefallen werden.
 
 
Fazit
 
Würde ich Japan wieder besuchen? Auf jeden Fall!!! Ich wollte gar nicht mehr nach Hause – eigentlich hätte ich lieber noch ein paar Tage länger an den alten Plätzen verweilt – gerade Kyoto und die heilige Insel Miyajima haben es mir wirklich sehr angetan.
 
Mir gefällt dieses Land sehr und seine Menschen – während unserer ganzen Reise haben wir immer wieder Kontakt mit den Japanern gehabt und es entwickelten sich doch sehr nette und interessante Gespräche, auch wenn die Sprachbarriere so manches Mal die Kommunikation etwas erschwerte.
 
Großen Anteil an dem Erfolg an dieser Reise hatte sicher unser Reiseleiter Nils Meyer, der mit seinem gigantischen Wissen über Japan und seine Geschichte uns immer wieder verblüffte. Schmunzeln mussten wir immer, wenn Nils japanisch sprach – nicht weil das seltsam war – sondern die Reaktion der Japaner zu beobachten (gemäß dem Motto "huch, da spricht ja jemand unsere Sprache!"). Wenn man einige Dinge beachtet und sich an die Regeln hält, wird eine solche Reise zu einem aufregenden Erlebnis, von dem man noch sehr lange zehren kann.
 
 
Wichtige Regeln sind beispielsweise die Schuhe auszuziehen (bei Burganlagen und shintoistischen Anlagen ganz besonders!) – sich an das Fotografier - und Filmverbot zu halten wenn es dort steht.
Wie gesagt: in einem Reiseführer stehen einige wertvolle Tipps auch zu diesem Thema.
 
Empfehlung: Japan zum Kennenlernen – Angebot von DER-Tour, buchbar über jedes Reisebüro, dass DER-Tour im Programm führt.
 
 

Reisezeit: Anfang Oktober war ideal – warm genug

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